Between Dusk And Dawn – A reply to Frank Nullmeier

[Vincent van Zalinge/unsplash]

Following Frank Nullmeier’s review of “A Theory of Global Governance” (TOGG) in our previous blogpost, Michael Zürn responds to some of the remarks made by the author. Is TOGG deficient because it does not focus on decision shaping through global capitalism or on power relations between multinationals and child labor? No, he argues, because TOGG is a theory about the effects of the system of global political institutions and does not seek to answer questions about IR in general or provide a new theory of the World Society. Instead, it shows how extra-political relations of power and dominance impact the political system and become institutionalized therein. Lastly, the image of the Owl of Athena that only sets out at dusk is somewhat inaccurate as a comparison, Zürn claims. TOGG does not merely look backwards and assess the strength of Global Governance as it emerged in the 1990s – it examines why this system is on the brink of the abyss, while simultaneously asking for the conditions under which it may survive in the future. Read the whole German article here.

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Zwischen Abenddämmerung und Morgenröte – eine Replik auf Frank Nullmeier

[Vincent van Zalinge/unsplash]

Dieser Text ist eine Antwort auf Frank Nullmeiers Buchbesprechung
“Legitimationsprobleme des Global Governance Systems. Michael Zürns Theorie der globalen Politik”, erschienen
hier und hier.

Frank Nullmeier hat sich im Theorieblog kritisch mit meiner „Theory of Global Governance“ (TOGG) auseinandergesetzt. Über seine kluge Kritik freue ich mich und möchte im Gegenzug darauf reagieren.  Im besten Fall regt die Auseinandersetzung weitere Beiträge an. Frank Nullmeiers Beitrag beruht auf einer äußerst konzisen und fairen Zusammenfassung der Argumentation. Besonders schmeichelhaft ist es dabei, wenn er die Theoriekonstruktionsprinzipien von Jürgen Habermas‘ „Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus“ als Vergleichsfolie heranzieht. Schmeicheleien sind aber oft zweischneidig und so auch hier. Bei einem solchen Vergleich werden nämlich Defizite nur allzu gut sichtbar. Frank Nullmeier hebt in seiner Kritik v.a. drei Punkte hervor. Zum einen erweist sich der Anspruch von TOGG vor dem Habermasschen Hintergrund als geradezu bescheiden. Es handelt sich nur um eine Theorie des (globalen) politischen Systems und stellt keine Theorie der (kapitalistischen) Weltgesellschaft dar.  Dadurch – so der zentrale Kritikpunkt von Frank Nullmeier – würden aber andere gesellschaftliche Systeme und mithin gewaltbasierte und interessengeladene Macht- und Herrschaftsbeziehungen ausgeblendet. Zweitens werde der Begriff der Autorität überdehnt, indem er durch das Konzept der Aufforderungen (requests) weit gefasst wird. Politische Systeme arbeiten aber nach Easton und Nullmeier üblicherweise mit Anweisungen (commands). Und dann ist da auch noch die Eule der Minerva, die ihren Flug erst in der Dämmerung beginnt. Ich möchte in dieser Reaktion kurz auf diese drei wichtigen Kritikpunkte eingehen.

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Legitimacy Problems of the Global Governance System. Michael Zürn’s theory of global politics

In his post, which originally appeared on Theorieblog, Frank Nullmeier critically examines Michael Zürn’s “A theory of Global Governance”, published in 2018 by Oxford University Press. The “Global Governance System” (GGS), as proposed by Zürn, is based on the exertion of global authority primarily through international organizations, whose political and epistemic authority has grown substantially over the past thirty years, even though they only act within a certain policy area. The consequences are severe legitimacy problems of the GGS. Nullmeier analyses the theoretical implications of such a vantage point, arguing that focusing on normative integration of international organizations comes at the expense of questions of state power, violence, and economic struggles, which are regarded as exogenous. Read the full article in German here.

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Legitimationsprobleme des Global Governance Systems. Michael Zürns Theorie der globalen Politik

Hinweis: Dieser Beitrag ist am 4. März 2019 zunächst auf theorieblog.de erschienen.

Mit seiner bei Oxford University Press publizierten Monographie „A Theory of Global Governance“ hat Michael Zürn nicht nur die Summe seiner Forschungen vorgelegt, sondern eine beeindruckende Theorie der globalen Politik auf der Basis der neuesten empirischen Forschung und bei genauer Kenntnis der Internationalen Politischen Theorie vorgelegt. Der entscheidende kreative Schritt liegt darin, das internationale politische Geschehen als ein eigenes politisches System, das „Global Governance System“ (GGS), zu verstehen.

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My Fury about Trump’s Fire

Photo by Jason Rosewell on Unsplash

Kurz vor Weihnachten schickte ich die korrigierten Druckfahnen für mein neues Buch zurück an den Verlag. Mein englischer Lektor witzelte darauf hin, dass wir das Buch unbedingt an Donald Trump schicken sollten, damit er es liest. Angesichts der gerade bekannt gewordenen täglichen Leseleistungen des amerikanischen Präsidenten errechnete ich sofort, dass er unter Berücksichtigung der Sommerpausen voraussichtlich kurz vor Weihnachten 2019 fertig sein müsste. Doch als ich kurz darauf die National Security Strategy der Vereinigten Staaten von Amerika (NSS) mit dem Vorwort des Präsidenten sah,  hegte ich den Verdacht, dass er zumindest das erste Kapitel meines Buchs bereits gelesen hat.

Dieses erste Kapitel handelt über die normative Grundierung des globalen politischen Systems. Demnach kann dann von einem globalen politischen System gesprochen werden, wenn drei Bedingungen erfüllt sind. Continue reading “My Fury about Trump’s Fire”

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My Fury about Trump’s Fire

Photo by Jason Rosewell on Unsplash

Shortly before Christmas, I sent the corrected proofs for my new book back to my publisher. My English editor quipped that we should send the book to Donald Trump so he can read it. In view of the recently leaked daily reading performance of the President, I immediately calculated that, taking into account the summer breaks, he would probably finish it shortly before Christmas 2019. However, shortly after reading the December 2017 “National Security Strategy of the United States of America (NSS)” with the President’s preface, I suspected that he had already read at least the first chapter of my book.

This first chapter deals with the normative foundation of the global political system. Accordingly, one can speak of a global political system if three conditions are met:

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