G-7 Gipfel: Einblicke in die Herausforderungen fĂŒr den Zusammenhalt des Westens

David Hagebölling betrachtet den weithin als diplomatischen Fehlschlag bewerteten G-7 Gipfel in Kanada vor dem Hintergrund struktureller VerĂ€nderungen des internationalen Staatensystems. WĂ€hrend die öffentliche Diskussion bisher insbesondere Auswirkungen der US-amerikanischen Außenpolitik unter PrĂ€sident Trump thematisiert, unterstreicht Hagebölling die Notwendigkeit, komplementĂ€r auch lĂ€ngerfristige Faktoren zu analysieren. Er beschreibt zwei wesentliche Herausforderungen fĂŒr den Zusammenhalt der westlichen Staatengemeinschaft in einem multipolaren internationalen System. Erstens erschweren die grĂ¶ĂŸere Zahl einflussreicher Akteure und deren vielschichtige Verteilungsinteressen die Kompromissfindung zwischen Staaten. Zweitens besteht eine fortwĂ€hrende Wahrnehmung in Teilen der westlichen Bevölkerungen, dass sich infolge des Aufstiegs neuer WirtschaftsmĂ€chte, insbesondere in Asien, die Vorteile einer liberalen internationalen Ordnung zunehmend relativieren. Hagebölling prognostiziert die VerschĂ€rfung einer bereits deutlich zu beobachtenden Entwicklung hin zu einer G-X Welt, gekennzeichnet durch eine Vielzahl sich teilweise ĂŒberlappender Gruppen und Partnerschaften zwischen Staaten. Als Variable in diesem komplexen System von Interessenkonstellationen hat die G-7, nach Hageböllings EinschĂ€tzung, das Potential in Zukunft eine herausragende, jedoch weniger kalkulierbare Rolle zu spielen.

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Geschlechtergleichstellung, die Istanbul Konvention und politischer ‚Backlash‘

Image from Wikimedia Commons
Zagreb March 2018
Banner says “Stop Istanbul (Convention) for Sovereign Croatia

In Ihrem Blogbeitrag diskutiert Irem EbetĂŒrk den jĂŒngsten politischen ‚backlash‘ gegen die Istanbul Konvention des Europarats. UrsprĂŒnglich war die Tagung angesetzt worden, um ein Zeichen gegen Gewalt gegenĂŒber Frauen zu setzten, jedoch entfaltete sich in den kommenden Wochen, laut EbetĂŒrk, ein politischer Brandherd um den genauen Wortlaut der Konvention. So hatte diese flĂ€chendeckende Geschlechtergleichheit gefordert, was die bulgarische Orthodoxe Kirche als „moralischen Verfall“ betitelte. Im Februar 2018 beschloss daraufhin die bulgarische Regierung, das Abkommen nicht zu ratifizieren. Im MĂ€rz und April folgten sowohl die Slowakei als auch Kroatien Bulgariens Beispiel.  Im April sandte ein Zusammenschluss aus 333 zivilgesellschaftlichen InteressensverbĂ€nden einen Brief an den Europarat, der eine genaue ErlĂ€uterung des Begriffs „Geschlecht“ forderte. DarĂŒber hinaus kritisierte das Schreiben die Konvention als „nicht konform mit traditionellen Familienwerten“. Diese Form von transnationalem Agieren von konservativen InteressensverbĂ€nden stellt fĂŒr EbetĂŒrk eine besondere Form des politischen Aktionismus dar. Da sich ĂŒblicherweise vor allem liberale zivilgesellschaftliche VerbĂ€nde transnational formieren.

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Einzug mit Umbau: Chinas Aufstieg und die Zukunft internationaler Institutionen

[gmnicholas/gettyimages]

In ihrem neuen Blogbeitrag thematisiert Autorin Julia Fuss die möglichen Implikationen des Aufstiegs Chinas fĂŒr die Institutionen des internationalen Systems. Sie sieht dabei zwei mögliche Zukunftsszenarien: Im ersten fĂŒgt sich China weiter in das bestehende und fĂŒr das Land von Nutzen seiende InstitutionengefĂŒge ein, verĂ€ndert es aber von innen heraus. Dies lĂ€sst sich bereits an dem Wirken Chinas in der WTO erkennen, in der das Land beginnt das durch den RĂŒckzug der USA hinterlassende Vakuum zu fĂŒllen. Im zweiten Szenario baut China, sollte es ihnen nicht möglich sein das System von innen zu verĂ€ndern, eine globale Ordnung auf, die parallel zu der aktuellen besteht. Dieser Trend lĂ€sst sich an der Schaffung der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank erkennen, welche in Zukunft durchaus in Konkurrenz mit der Weltbank treten könnte.

Fuss argumentiert, dass Chinas Strategie durchaus als ein Mix aus beiden Szenarien gesehen werden kann, sich die existierende institutionelle Struktur jedoch in naher Zukunft nicht Ă€ndern wird. Durch den Aufstieg Chinas sieht Fuss außerdem die EU in der Rolle, die liberalen Werte der Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte zu stĂ€rken.

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(Wie) sind transnationale Firmen verantwortlich fĂŒr Menschenrechte?

In Ihrem Blogeintrag widmet sich Janne Mende dem normativ aufgeladenen Spannungsfeld zwischen globalen Firmen und Menschenrechtspraktiken. So laufen in etlichen LĂ€ndern weltweit juristische Verfahren gegen Unternehmen wie Rana Plaza, Shell, NestlĂ©, Daimler oder KiK fĂŒr Menschenrechtsverletzungen. Auf internationaler Ebene jedoch, gibt es bisher keine Instanz die systematisch MenschenrechtsverstĂ¶ĂŸe von global agierenden Firmen ahndet.

Dies lĂ€sst sich laut Mende mit einem ausgeprĂ€gten Dissens innerhalb von Wissenschaft und Politik erklĂ€ren. Auf der einen Seite stehen dabei BefĂŒrworter wie der frĂŒhere UN-Sonderbeauftrage fĂŒr Menschenrechte John Ruggie, die auf globaler Ebene nicht bindende Menschenrechtsinitiativen fĂŒr Unternehmen fordern. Auf der anderen argumentieren hĂ€ufig BefĂŒrworter fĂŒr ein stĂ€rkeres Völkerrecht, dass global agierende Unternehmen im Einzelfall die Macht der Nationalstaates lĂ€ngst hinter sich gelassen haben und nur internationales Recht weitere systematische Menschenrechtsverletzungen verhindern kann. FĂŒr Mende liegt die Lösung in einem möglichen Hybridmodell.

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Interview: Celine Jacquemin ĂŒber die Rolle von African Studies in den Internationalen Beziehungen

In dieser Episode unserer Interviewreihe hat Lynda Iroulo Prof. Celine Jacquemin zu Gast. Sie lehrt Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen an der St. MaryÂŽs University in San Antonio, Texas.

Im Interview spricht Jacquemin darĂŒber, was African Studies fĂŒr sie bedeutet, wie man (nicht) ĂŒber afrikanische LĂ€nder sprechen sollte und wie sie die kĂŒnftige Bedeutung von African Studies fĂŒr das Feld der Internationalen Beziehungen einschĂ€tzt.

Eine gekĂŒrzte, schriftliche Version des Interviews sowie das gesamte Interview als Audiodatei (beides auf Englisch) finden Sie hier.

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Afrikas neue Freihandelszone: Schneller als erwartet?

[Photo by Joshua Earle on Unsplash]


Am 21. MĂ€rz 2018 unterzeichneten 44 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union einen Entwurf zur Schaffung der African Continental Free Trade Area (AfCFTA). Autorin
Lynda Iroulo greift diesen Beschluss in ihrem neuesten Blogbeitrag auf und erklÀrt, wie dieser zustande kam, was er beinhaltet und welche Auswirkungen ein afrikanischer Binnenmarkt sowie Zollunion auf die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents haben könnten.

Iroulo bewertet den Beschluss als grundsĂ€tzlich positiv, verweist jedoch darauf, dass es noch einige HĂŒrden zu ĂŒberwinden gibt, wie z.B. die Ratifikation durch die nationalen Parlamente. DarĂŒber hinaus sieht Iroulo besonders vorhandene Korruption und fehlende Infrastruktur als Governance-Herausforderungen, mit denen sich die afrikanischen LĂ€nder auseinandersetzen mĂŒssen, bevor das Potential eines Binnenmarktes vollstĂ€ndig ausgeschöpft werden kann.

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Trumps AufkĂŒndigung des Iran-Abkommens gefĂ€hrdet die nukleare Nichtverbreitung

[gettyimages/ Amith Nag Photography]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In seinem neuen Blogbeitrag betrachtet Alexandros Tokhi die Entscheidung von PrĂ€sident Trump den Iran Deal unilateral aufzukĂŒndigen und argumentiert, dass dies erhebliche Gefahren fĂŒr die weltweite Nichtverbreitung nuklearer Waffen mit sich bringen könnte.

Tokhi verfasst zunĂ€chst eine kurze chronologische Übersicht ĂŒber die wichtigsten Geschehnisse von der Entdeckung des geheimen iranischen Nuklearprogramms im Jahre 2002 bis hin zur Unterzeichnung des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) 2015. Anschließend betrachtet Tokhi die Dynamiken zwischen den autoritĂ€ren Eliten im Iran und argumentiert, dass PrĂ€sident Trumps Entscheidung, den Iran wieder mit wirtschaftlichen Sanktionen zu belegen, moderaten Strömungen schaden könnte, da diese das wirtschaftliche Wachstum Irans als Argument gegen elitĂ€re Hardliner und die Wiederaufnahme des iranischen Nuklearprogramms nutzen.

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Was geschah in Syrien? Global Governance zwischen epistemischer AutoritĂ€t und „Fake News”

[pixabay]

Benjamin Faude betrachtet in seinem Blogbeitrag aktuelle Entwicklungen im Syrien-Konflikt aus dem analytischen Blickwinkel des theoretischen Konzepts der epistemischen AutoritĂ€t. Dabei geht Faude zunĂ€chst darauf ein, wie die involvierten Staaten und die Organisation fĂŒr das Verbot chemischer Waffen (OPCW) auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Douma vom 07. April reagierten. Anschließend erlĂ€utert er, was das theoretische Konzept der epistemischen AutoritĂ€t fĂŒr diesen Fall erwarten lĂ€sst und schlussfolgert, dass die beteiligten Staaten entgegen der „logic of deference“ handelten. Hier ergeben sich, so Faude, Implikationen fĂŒr die Erforschung epistemischer AutoritĂ€t.

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Von Katalonien lernen: Sezession oder keine Sezession. Welche Kriterien geben Aufschluss ĂŒber die RechtmĂ€ĂŸigkeit von UnabhĂ€ngigkeitsforderungen?

[Photo by Jeremy Bishop on Unsplash]

Steven Hill geht in seinem Beitrag der Frage nach, welchen Kriterien Katalonien genĂŒgen mĂŒsste, um eine legitime UnabhĂ€ngigkeitsforderung zu stellen. ZunĂ€chst beleuchtet Hill einzelne historische Fallstudien, die zu einer Sezession gefĂŒhrt haben. Anschließend argumentiert Hill, dass die EU einen transparenten Kriterienkatalog entwickeln sollte, der klar wiederspiegelt, ob und wann ein Territorium sich abspalten dĂŒrfe. Demnach mĂŒsste eine Region fĂŒnf Elemente erfĂŒllen: das Vorhandensein einer eigenstĂ€ndigen kulturellen IdentitĂ€t, die UnterstĂŒtzung der Sezession durch eine substanzielle Bevölkerungsmehrheit, die ErfĂŒllung aller Kriterien fĂŒr eine EU-Mitgliedschaft, das Vorliegen eines „gerechten Grunds“ im Sinne der „just cause theory“ und der Abschluss eines finanziellen Vertrags zwischen der sich abspaltenden Region und dem verlassenen Staat.

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Das Ende der Liberalen Ordnung wie wir sie kennen?

Erleben wir derzeit das Ende der Liberalen Ordnung, wie wir sie kennen? Zwei wichtige neue Publikationen zu dieser drĂ€ngenden Frage wurden kĂŒrzlich bei einer WZB-Veranstaltung prĂ€sentiert und diskutiert.

Eine vollstĂ€ndige Video-Aufzeichnung in englischer Sprache sowie weitere Informationen zur Diskussion mit Michael ZĂŒrn, Direktor am WZB sowie Jan Zielonka, Professor an der UniversitĂ€t Oxford, finden Sie hier.

 

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