Der „akademische Mainstream“ in den deutschen IB

[Alex Radelich/unsplash]

Angesichts seines Forschungsgegenstandes ist man versucht, das Feld der Internationalen Beziehungen (IB) als besonders kosmopolitisches und ökumenisches Wissenschaftsfeld einzustufen. Dass dies nur teilweise der Fall ist und die IB oft eher einer Ansammlung sich bekriegender Stämme ähneln, zeigt Matthew Stephen in seinem neuen Blogpost. Denkt man an den oder die idealtypische*n Wissenschaftler*in der Disziplin, so würde einem vielleicht jemand einfallen, der oder die sich mit formellen Institutionen, politischer Ökonomie oder Konflikten befasst, mit quantitativen Methoden arbeitet und in amerikanischen Journals veröffentlicht. Wirft man einen Blick auf die IB in Deutschland, so wird aber schnell klar, dass diese Vergleichsfolie der Realität nicht standhält. Warum dies der Fall ist und wie die deutschen IB im Vergleich zu den USA und Großbritannien abschneiden, erfahren Sie im kompletten englischen Beitrag hier.  

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The “scholarly mainstream” in German IR

[Alex Radelich/unsplash]

Given its object of study, one would think that the field of International Relations would be a particularly cosmopolitan and ecumenical discipline. In many ways it is. But in some respects it resembles a collection of warring tribes. This has probably declined somewhat since the Big Debates of the 1990s—the Neo-Neo Debate, epistemology wars between neo-positivists and ‘critical’ theorists—which still provide many of the key readings for students of IR theory. But these Big Debates didn’t really end in a definitive victory for one side. They mostly gave way to a Cold Peace amongst relatively insular scholarly communities. Well they maybe did – it’s hard to know for sure.

One of the interesting phenomena about how IR scholars talk about their field and their tribe is that they often refer to it as ‘mainstream’. Often, this is done by those who feel they are outside of the mainstream. (Interestingly, there does not appear to be an accepted metaphor to refer to those who are not part of the mainstream – backwaters? Counter-currents?) But what does this mainstream consist of?

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Kein unbeschriebenes Blatt: Warum die Legitimität des UN-Sicherheitsrats nicht mehr die gleiche ist

In seinem neuen Blogbeitrag thematisiert Matthew Stephen das Legitimitätsproblem, mit dem sich internationale Organisationen und insbesondere der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (VN) derzeit konfrontiert sehen. Stephens Kernargument bekräftigt die Berücksichtigung der Machtkonstellationen sowie der normativen Umstände zur Zeit der Schaffung der Institutionen, wolle man die heutigen Legitimitätsdefizite verstehen. Neben dem heute noch gültigen Mandat für Frieden und Sicherheit sowie der Repräsentanz der Interessen der VN-Mitglieder, habe es damalige Gründe für die Schaffung der VN gegeben, die heutzutage obsolet seien, so Stephen. Dazu gehörten der Kampf gegen Hitler und die institutionelle Stärkung der Großmächte, um diesen Kampf zu gewinnen. Aktuell beschäftige sich die VN vor allem mit Bürgerkriegen, Menschenrechten und humanitären Katastrophen und müsse sich dabei vor einer internationalen Gesellschaft rechtfertigen, die die institutionalisierte Bevorteilung der Großmächte zunehmend kritisch beobachte. Es habe ein Legitimationsdrift stattgefunden, dem sich die VN bisher nicht angepasst haben. Solange es keinen institutionellen Neuanfang gebe, so Stephen, werden die VN in Zukunft weiterhin unter dem Vorwurf des Legitimitätsdefizits arbeiten müssen und im Sicherheitsrat nur bei den wenigen Themen  entschlussfähig sein, bei denen die ständigen Mitglieder noch einer Meinung sind (z.B. internationaler Terrorismus).

Den gesamten englischsprachigen Artikel finden Sie hier

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No Clean Slate: Why the legitimacy of the Security Council isn’t what it used to be

 

If you were to sit down and design a new international organization whose job it was to “maintain international peace and security,” and you came back with the design for the current United Nations Security Council, you would be handed your hat.

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Ist Robert Keohane gerade unbemerkt ein Neo-Gramscianer geworden?

In seinem Blogeintrag widmet sich Matthew Stephen der Frage, ob Robert Keohane kürzlich einen wissenschaftstheoretischen Wandel vollzogen hat. Keohane, der Anfang der 80er Jahre mit dem liberalen Institutionalismus eine neue Leseart der internationalen Beziehungen vorschlug, scheint seit den letzten US- Präsidentschaftswahlen (endlich) die Machtverhältnisse, Ungleichheiten und Risiken der Globalisierung zu berücksichtigen. Nach Stephen lässt dies Keohane beinahe als „neo-Gramscianer“ erscheinen.

Die komplette englischsprachige Version des Beitrags finden Sie hier.

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Did Robert Keohane just become a neo-Gramscian and no-one noticed?

Thomas Cole – The Course of Empire Destruction (1836)

In a recent article in Foreign Affairs (‘The Liberal Order is Rigged’), Jeff Colgan and Robert Keohane have highlighted some shortcomings of the liberal international order. They point out that not everybody has been a winner from economic globalization, and they are worried about the emergence of ‘populism’ and the threat that this may pose to institutions such as the United Nations, European Union, World Trade Organization, and NATO.

Episodes of introspection and self-doubt amongst many scholars and policy makers have been common since Brexit and the election of Donald Trump. What is interesting about this one in particular is that it comes from one of the foremost scholars in the field of International Relations, who is in large part the originator of the liberal institutionalist approach to international politics.

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