Es ist Zeit für Behaviorale und Emotionale Theorien der Internationalen Beziehungen

Jelena Cupać macht sich in ihrem neuen Blogbeitrag Gedanken zu zwei aufkommenden Ansätzen in den Internationalen Beziehungen (IB) und plädiert für eine Zusammenführung der beiden Stränge in einem einheitlichen Forschungsprogramm.

Während behaviorale Theorien der IB ihren Ursprung hauptsächlich in der Verhaltensökonomik haben und Akteurspräferenzen, Entscheidungsstrukturen und Vorannahmen auf menschliche Prädispositionen zurückführen, so beschäftigen sich emotionale Theorien vor allem mit Fragen der Verortung von Emotionen und nutzen dazu Diskursanalyse und interpretative Methoden. Wenngleich die beiden Forschungsstränge aus unterschiedlichen Traditionen kommen und sich in Fragestellung und Methodik unterscheiden, so plädiert Cupać doch dafür, diese großteils künstliche Trennung zugunsten einer Vereinheitlichung aufzugeben. Somit würde anerkannt, dass Meinungen, Emotionen, Vorurteile und Entscheidungen alle aus einem komplexen Wechselspiel zwischen psychologischen und sozialen Faktoren entstehen. Nicht zuletzt führe dies auch zu wichtigen Konsequenzen für internationale Normen wie der Responsibility to Protect (R2P), wie Cupać in ihrem Beitrag aufzeigt.

Den vollständigen englischsprachigen Artikel finden Sie hier:

It’s Time for Behavioral and Emotional International Relations

 

Two trends are emerging in International Relations (IR). One is the increasing receptiveness of scholars to insights from behavioural economics; the other is their growing interest in the role of emotions. These two trends have one thing in common: they both seek to bust the myth of rationality. Admittedly, many IR theories have already attempted to do so (e.g. constructivism, post-structuralism, feminism, or practice theory). However, these new approaches differ from the old ones in one important respect: they are more empirical because they are grounded in experimental and neuroscientific findings. This creates an opportunity for an interesting new body of IR scholarship. Before I get to that, let me first say a few words about behavioral economics and the scholarly turn towards emotions.

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Interview: John Boli über seine Karriere, methodologischen Individualismus und besseres Schreiben

In dieser Episode unserer Interviewreihe hat Lynda Iroulo Prof.em. John Boli zu Gast, der vor seiner Emeritierung an der Emory University, Atlanta, Georgia lehrte.

Im Interview spricht der Soziologe über seinen akademischen Werdegang, gegenwärtige Herausforderungen im Fach und gibt jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Ratschläge zu Schreibprozess und Publikation der eigenen Arbeit.

Eine gekürzte, schriftliche Version des Interviews sowie das gesamte Interview als Audiodatei (beides auf Englisch) finden Sie hier.

Interview: John Boli on his career, methodological individualism and writing better

In this episode of our interview series, our host Lynda Iroulo talks to John Boli, Professor Emeritus of Sociology at Emory University, Atlanta, Georgia.

Listen in, as Boli gives insight into his journey to being a sociologist, current challenges within the discipline, and advice to young researchers on how to be better academic writers.

Find a short transcription of the interview below or listen to the full one here:

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